Der Geist der Berge

Es gibt Tiere auf unserer Erde, die sich so gut an ihre Umgebung angepasst haben und sich so gut verstecken können, dass selbst Wissenschaftler, die sich seit 2 Jahrzehnten diesem Tier widmen, es nur 5 oder 6 Mal zu Gesicht bekommen.

Sie sind Schatten, Geister. Da und doch werden sie übersehen. Oder als Bedrohung wahrgenommen.

Der Mensch schützt nur, was er sieht, was er positiv im Gedächtnis behält.

Für manche Tiere ist es schwer, dieser Prämisse gerecht zu werden. Eines dieser Tiere, wird der „Geist der Berge“ genannt. Der Schneeleopard.

Allzuviel ist über den gut getarnten Jäger nicht bekannt. Die Katze ist durch Fell und Statur gut an das Leben im Hochgebirge um die 3000 Meter (auch 1500 – 5000 Meter möglich) angepasst. Dickes Fell, breite, behaarte Pfoten und eine Sprungkraft, die ihn über bis zu 16 Meter breite Gletscherspalten katapultiert, machen das Tier aus. Schnee stört das Tier nichts, aber tatsächlich können sie auch wärmere Temperaturen gut verkraften. Eine ideale Anpassung zeigen die Tiere an die steinige, schneearmen und kargen Hochgebirgslandschaften um den Himalaya herum, dort wo sich auch das Verbreitungsgebiet des Tieres befindet. Insgesamt konnten die Tiere bisher in 12 Ländern nachgewiesen werden, u.a in der Mongolei, Russland, China, Indien, Afghanistan und Kirgistan. Darüber hinaus sind keine Schneeleopardenvorkommen in freier Wildbahn bekannt.

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Verbreitungsgebiet des Schneeleoparden

Ein ausgewachsenes Männchen kommt auf bis zu 55 Kilogramm, ein Weibchen erreicht bis zu 42 Kilogramm Körpergewicht bei einer Schulterhöhe von maximal 60cm. Bei einem Wurf kommen zwischen 1 – 4 Jungen zur Welt, die die ersten 18 Monate bei ihrer Mutter verbleiben. Die Männchen sind Einzelgänger und haben ein festes sehr großes Streifrevier, in dem sie leben und ihre Nahrung suchen. Es kann dabei jedoch durchaus sein, dass mehrere Katzen in dem Revier eines Katers leben. Der Gesamtbestand der Population wird mittlerweile auf ca. 4000 – 7000 Tiere geschätzt. Die Tiere stehen damit auf der Roten Liste der gefährdeten Arten und sind als „gefährdet eingestuft.

Gründe für diesen Gefährdungsstatus gibt es viele.

Der Mensch ist einer der Hauptgründe dafür. So leben in den Gebieten der Schneeleoparden Menschen, deren Haupteinnahmequelle die Viehzucht ist. Dies führt gleich zu mehreren Problemen. Zuchtschafe und -ziegen in einfachen Stellen sind eine leichte Beute für den Schneeleoparden. In einer Nacht kann ein Tier eine ganze Herde vernichten und damit die Existenzgrundlage der Hirten und Züchter zerstören. „Rachemorde“ sind meist die Antwort auf diese Taten. Der Schneeleopard wird durch die Menschen gejagt und zur Strecke gebracht.

Gleichzeitig konkurrieren die Zuchttiere mit den wilden Huftieren der Bergwelt um die wenigen kargen Weiden der Hochländer. Dies hat zur Folge, dass die wild lebenden Huftiere durch starke Bestandseinbußen gefährdet sind und sich damit auch das Nahrungsangebot der Schneeleoparden drastisch verringert.

Daneben ist das schöne Fell und der Aberglaube in heilende Kräfte von Katzenklauen, etc. ein Grund für Wilderer jagt auf die schönen Tiere zu machen.

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Gejagte Tiere unter anderem wegen des schönen Fells

Auch der Rohstoffabbau in den Hochländern, der allgemeine Verlust von Lebensräumen und nicht zuletzt der Klimawandel sorgen dafür, dass der Geist der Berge immer stärker bedroht ist.

Was also kann man tun, um die schöne Katze vor dem Aussterben zu bewahren?

Mittlerweile gibt es mehrere Organisationen, die sich dem Schutz der Wildkatze verschrieben haben und durch verschiedene Projekte zu ihrem Erhalt beitragen. Der NABU und der SLT (Snow Leopard Trust) sind hier auf jeden Fall zu nennen. Ich konnte letztens an einem Vortrag des SLT teilnehmen und habe dort auch einiges über die Projekte vor Ort erfahren.

So werden die im Schneeleopardengebiet ansässigen Bauern und Hirten durch diverse Maßnahmen unterstützt:

  • Bau von sicheren Ställen
  • Riss-Versicherungen
  • Impfungen der Herdentiere, um Krankheitsbedingte Verluste zu minimieren
  • Umweltbildungsmaßnahmen

Gleichzeitig werden Maßnahmen zur Einschränkung der Jagd auf die Beutetiere der Schneeleoparden getroffen und Schutzgebiete und Reservate für die Beutetiere und die Schneeleoparden ausgewiesen. Grundlagenforschungen mit Fotofallen und Besenderung von Tieren unterstützen die Maßnahmen. Zudem werden auch auf politischer Ebene die Schutzbemühungen vorangetrieben.

Aber auch wir können etwas machen. So bieten die verschiedenen Organisationen (u.a Snow Leopard Trust und NABU) Spenden oder sogar Patenschaften an. Manche Zoos unterstützen diverse Projekte und auch hier kann man Spenden oder anderweitig seine Unterstützung anbieten. Vielleicht wollt ihr aber auch andere Menschen auf den Schneeleoparden aufmerksam machen. Das ist beispielsweise als Artenbotschafter möglich. Dazu könnt ihr euch auch direkt an die Organisationen wenden und nach Möglichkeiten fragen.

Wir können zusammen auf jeden Fall viel erreichen für die Geister der Berge! Und vielleicht seid auch ihr ein kleiner Teil davon?

Bis Bald

Euer

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