Die Lange Nacht der Wissenschaft

Als Student sollte man sich nicht nur hinter seinem Studium und Büchern verkriechen. Wie ich schon in diesem Artikel erwähnt habe, gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten seinen Horizont zu erweitern. Gerade als Landschaftsarchitekt ist dieser neue Erkenntnisgewinn unglaublich wichtig, da wir stets neue Ideen haben müssen und stets mit der Zeit gehen müssen. (Hierzu gibt es übrigens einen tollen Artikel auf Landarchs.com über Steve Jobs und was LA’s von ihm lernen können)

Um das zu erreichen, hilft es auch einmal in andere Fachbereiche hineinzuschnuppern. Dabei muss es nicht immer gleich eine ganze Vorlesungsreihe sein, die man besucht. Denn oft gibt es in Universitätsstädten einmal im Jahr ein Event, dass sich Lange Nacht der Wissenschaft nennt.

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„Staunend durch die Nacht“ hieß diesmal das Motto der Landen Nacht der Wissenschaft Dresden

Hier öffnen Forschungseinrichtungen, Fakultäten, Labore und andere Einrichtungen ihre Tore und bieten ein buntes Programm an.

Am 10. Juni. 2016 war es in Dresden wieder so weit. Die Lange Nacht der Wissenschaft hat sich mit über 700 Veranstaltungen für Groß und Klein angemeldet und ich war mit dabei. Dabei war es gar nicht so einfach, ein Programm zusammenzustellen. Denn die Auswahl war überwältigend.

Ob mit Lasern experimentieren, übers Wasser laufen, Nanotechnik zum Anfassen, ein Blick ins In-vitro Labor oder mit epischen Filmmusikklängen durch die Nacht – es gab einfach unglaublich viel Auswahl und somit unglaublich viel zu entdecken.

Kein Wunder bei einer so vielfältigen Wissenschaftslandschaft, wie Dresden sie zu bieten hat. Insgesamt befinden sich elf Hochschulen, vier Max-Planck-, fünf Leibniz- und zehn Fraunhofer-Instituten, zwei Helmholtz-Einrichtungen, zahlreichen Kompetenzzentren, Einrichtungen des Technologietransfers in der Region der Landeshauptstadt und vielen von diesen Einrichtungen waren gestern für Groß und Klein geöffnet, um ihnen die Wissenschaft näher zu bringen.

Ich muss gestehen, ich habe gestern eher räumlich über den Tellerrand geschaut. So klangen zwar die Veranstaltungen der einzelnen Institute alle sehr spannend, aber ich wollte die Chance ergreifen, um endlich einmal Pillnitz kennenzulernen. Und die Veranstaltungen dort haben mich einfach sehr angesprochen. Mit „Wolf- wer bist du?“, „Klimawandel in Sachsen“, „Stumme Schreie im Pillnitzer Schlossgarten“, „Wasserbüffeln, Angorakaninchen und Alpakas auf dem Campus“, „Pflanzen im Glas“ und vielen, viele mehr war ich tatsächlich bis 1 Uhr beschäftigt.

Und man muss dazu sagen, der Weg nach Pillnitz von Dresden aus ist mit dem Bus lang.

Fast eine Stunde braucht man mit der 63 nach Pillnitz, aber ich bin der Meinung, allein die Fahrt ist schon sehenswert. Durch die schönen alten Villenviertel Dresdens führt die Strecke über das Blaue Wunder und dann immer entlang der Elbhänge und der Elbe nach Pillnitz. Zusammen mit dem wunderschönen Wetter gestern war es ein wahrer Traum.

Dort angekommen, kam ich gerade rechtzeitig zur ersten Führung durch den Pillnitzer Schlossgarten, der momentan ein leicht indisches Flair erhalten hat. Blumentreppen, Palmen, Blattschmuckpflanzen und Ornamentbepflanzungen mit Sukkulenten repräsentieren den Gärtner des Maharadschas, Gustav Hermann Krumbiegel (1865 – 1956), der in Pillnitz seine Lehrzeit verbracht hat. Anlässlich seines 150. Geburtstages wurde dieser Mann in Indien geehrt und auch Pillnitz hat sich an diesen Ehrungen beteiligt. Die Führung ging 45 Minuten.

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Schloss und Park Pillnitz. Im Vordergrund sind Tulpen zu sehen. Quelle: Wikimedia Commons, Christoph Münch, CC-Lizenz

Im Anschluss konnte ich mich direkt der nächsten Führung anschließen, die sich mit dem Klima in Pillnitz beschäftigte. Auch hier habe ich wieder einige spannende Sachen erfahren, vor allem, wie Wasser und Lufterwärmung im Zusammenhang stehen.

Nach der Führung war es bereits 20 Uhr und verständlicher Weise machte sich mein Magen bemerkbar. Aber auch hier hatte die Lange Nacht der Wissenschaft einiges zu bieten und so gab es Leckeres aus der Region zu günstigen Preisen.

Gesättigt und gestärkt ging es danach direkt in das In-vitro Labor. Ich muss ehrlich zugeben, ich bin von dieser Art der Vermehrung und ihren Nutzen für den Naturschutz restlos begeistert. Daher wird es zu diesem Thema auch noch einen eigenen Blogbeitrag geben. Seid gespannt. Höhepunkt im Labor war auf jeden Fall, das „Ansetzen“ meiner eigenen kleinen Rosen-Kultur. Nun steht bei mir zu Hause ein klitzekleines Rosenpflänzchen in einem Reagenzglas.

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Hier seht ihr die In-Vitro-Kultur einer Wilden Weinrebe in einem speziellen Nährmedium. Quelle: Wikimedia Commons, Martin Bahmann, GNU-Lizenz

Nach diesem Highlight habe ich mir die verschiedenen Aussteller im Pillnitzer Hauptgebäude der HTW angesehen, interessante Gespräche inklusive, habe mir einen Vortrag angehört und schließlich um 22.15 noch einmal auf die Jagd zu gehen. Zusammen mit vielen anderen Mutigen haben wir uns noch einmal in den dunklen Schlosspark getraut, um die Jäger der Nacht zu beobachten.

Mit einem Federmausdetektor haben wir sie Rufen hören und später sogar eine Zwerg- und eine Wasserfledermaus gesehen. Ihre Jagdmanöver kamen dabei einem Tanz gleich.

Die Frösche am Teich haben uns übrigens mit lautem Gequake begrüßt und die kleine Entenfamilie wollte auch noch so spät in der Nacht gefüttert werden. Es war ein wunderschönes Erlebnis und auf jeden Fall den langen Weg nach Hause wert.

Was habt ihr gestern so gemacht? Ist vielleicht jemand unter euch, der auch schon mal bei einer Langen Nacht der Wissenschaft war? Wart ihr vielleicht gestern sogar in Dresden?

Ich freue mich über eure Berichte!

Bis bald!

Euer

Blogunterschrift

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