Praxis im Studium?

Man liest über SIE in unzähligen Ratgebern! Überall wird SIE angepriesen und ohne SIE, hat man es beim Berufseinstieg angeblich sehr sehr schwer – die Praxis!

Wie aber kann man in einem Studium, das mit verschiedenen Seminaren, Vorlesungen und Exkursionen bereits voll ist, auch noch die Praxis integrieren?

Wenn ihr Glück habt, ist in eurem Studiengang ein Praxismodul bereits vorgesehen. Wenn dies jedoch nicht der Fall ist, dann müsst ihr selbst kreativ werden.

Das sollte für angehende Landschaftsarchitekten jedoch kein Problem sein.

Tatsächlich ist es so, dass man mit der Landschaftsarchitektur oder Landschaftsplanung ein paar mehr Möglichkeiten hat, an die geforderte Praxis zu kommen, als andere Studiengänge. Denn auch unser Studium ist praktisch aufgebaut. Entwerfen, zeichnen und planen lernt man nun mal nur durch viel Übung und am besten am praktischen Beispiel. Deshalb gibt es in so gut wie jedem Studium Module, die euch Projekte mit öffentlichen Kooperationspartnern anbieten. Dort lernt ihr am konkreten Beispiel, was es heißt etwas nach Kundenwünschen zu entwerfen, was es heißt, sie mit Ämtern auseinanderzusetzen und was es heißt, eine detaillierte Ausführungsplanung zu erstellen. Das alles könnt ihr dann später für euer Portfolio (Mappe mit Arbeitsproben) verwenden, das von vielen Landschaftsarchitekturfirmen von Berufsanfängern aber auch von Berufserfahrenen gefordert wird.

Aber neben einem recht praktischen Studium haben Landschaftsarchitekturstudenten noch weitere Möglichkeiten an geforderte Praxis zu kommen:

Wettbewerbe

Eine der besten Möglichkeiten schon während des Studiums Praxiserfahrung zu sammeln ist die Teilnahme an Wettbewerben. Meistens habt ihr sogar das Glück, dass diese als Modul in eurem Studium angeboten werden. Ihr bekommt also Erfahrung, habt eine sehr gute Betreuung und bekommt auch noch Credits für eure Leistung. Was möchte man mehr?Natürlich sind Wettbewerbe sehr anspruchsvoll und erfordern viel Zeit. Trotzdem lohnt es sich, an einem oder zwei während des Studiums teilzunehmen. Später wird die Teilnahme an Wettbewerben vielleicht eure Hauptbeschäftigung sein.

Wettbewerbe werden sehr oft über den BDLA (Bund Deutscher Landschaftsarchitekten) über Kommunen oder Gemeinden oder über eure Hochschule ausgeschrieben. Es lohnt sich also bei eurem Professor nachzufragen, oder die Webseite des BDLA zu konsultieren.

Freelancer

Meiner Meinung nach ist Landschaftsarchitektur ein Studium, welches sich sehr gut für die Freelancertätigkeit anbietet. So kann man beispielsweise Entwürfe anbieten oder seine Fähigkeiten in AutoCad oder GIS nutzen. Auch Produktdesign oder Design allgemein könnte man als Freelancer anbieten, da man als Landschaftsarchitekt zumeist gute bis sehr gute Kenntnisse in Photoshop, Indesign und SketchUp vorweisen kann. Also werdet kreativ und nutzt eure Kreativität

freie Kartierungen

Für diejenigen, die sich eher in der Landschaftsplanung zu Hause fühlen, bieten sich freie Kartierungen an. Natürlich benötigt ihr dafür hervorragende Artenkenntnisse, die ihr euch aber leicht in den ersten 2-4 Semestern eures Studiums aufbauen könnt. Als neuer freier Kartierer werdet ihr zudem eine Schulung haben, sodass ihr euch über den Einstieg keine Sorgen machen müsst.Kartierer werden in vielen Bereichen gesucht und oftmals wird auch „Neulingen“ eine Chance gegeben. So könnt ihr euch beispielsweise für Biotopkartierungen, Brutvögel- oder Fledermauskartierungen, Amphibienzählungen aber auch Gewässerkartierungen bewerben.

Die Möglichkeiten in diesem Bereich sind groß.

Planungen für Freunde oder Verwandte

Wer Landschaftsarchitektur studiert, wird es immer wieder hören. Den freudigen Ausspruch von Verwandten: „Dann kannst du ja meinen Garten machen!“
So nervig ein solches Gespräch auch sein kann, es bietet ebenso die Möglichkeit, das Gelernte in die Praxis umzusetzen. Und eure Verwandten „übersehen“ Planungsfehler auch eher als eure späteren Bauherren.Wenn ihr also tatsächlich Lust habt einen Hausgarten zu planen, dann nehmt das Angebot an und probiert euch aus.

HIWI

Nicht alle der bisher genannten Möglichkeiten bringen euch auch wirklich Geld ein. Wer aber sein Studium finanzieren muss, für den lohnt es sich, eine HIWI-Stelle an eurem Institut anzunehmen. Hier werdet ihr meist in aktuelle Forschungsthemen eingebunden und habt die Möglichkeit die theoretischen Kenntnisse in der Forschung praktisch anzuwenden. Zudem habt ihr regelmäßig guten Kontakt zu euren Professoren. Und seien wir ehrlich – ein guter Draht zum Prof. schadet nicht.

Werksstudent

Wer mit Forschung nichts anfangen kann, für ein 3-monatiges Praktikum in seinem vollen Stundenplan einfach keine Zeit findet, aber trotzdem ein Unternehmen kennenlernen möchte und dazu auch noch gutes Geld verdienen will – für den empfiehlt sich eine Werksstudentenstelle. Oftmals werden für solche Stellen aber Studenten aus höheren Semestern gesucht. Ansonsten ist eine solche Stelle der perfekte Einstieg in ein Unternehmen, denn oftmals werden Werksstudenten später als Absolventen übernommen.Traut euch also ruhig schon während des Studiums verschiedene Unternehmen anzuschreiben.

Was denkt ihr? Welche Möglichkeiten gibt es noch an Praxis zu kommen? Was habt ihr schon ausprobiert? Ich freue mich auf eure Meinung!

Euer

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