Landschaftsarchitektur rund um die Welt – Part III

Von New York geht es nun wieder zurück auf den europäischen Kontinent. Und passend zur jetzigen Jahreszeit weiter nach Italien, wo es meiner Meinung nach immer noch das beste Eis gibt ; )

Mit einem leckeren Eis in der Hand schlendern wir nun vorbei am Duomo di Santa Maria Nascente, am Mailänder Dom, der mir an dieser Stadt am besten gefallen hat.

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Wikimedia Commons, Benreis, GNU-Lizenz

Insgesamt war ich von Mailand eher enttäuscht, ich hatte mir von dieser italienischen Stadt mehr erwartet.

Aber das soll mich nicht davon abhalten, euch heute eine großartige architektonische und landschaftsarchitektonische Leistung aus Mailand vorzustellen.
Direkt am Milano Porta Garibaldi, einem großen Kopfbahnhof Mailands befindet sich der Bosco Verticale, oder auf deutsch: der vertikale Wald

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Wikimedia Commons, Luca Nebuloni, CC-Lizenz

Erschaffen wurden diese beeindruckenden Gebäude von Boeri Studio, einem bekannten italienischen Architekturbüro in Zusammenarbeit mit barrecaelavarra. Insgesamt hat allein die gestalterische Entwicklung 2 Jahre in Anspruch genommen ( 06-08) ehe dann ab 2008 bis 2013 die Türme erbaut wurden.

DasBbesondere an den beiden Hochhäusern erkennt ihr bereits im Bild. Denn die großzügigen Balkone bieten Platz für 730 Bäume und 20.000 weitere Pflanzen und dienen somit als Lebensraum für eine in die hohe gestapelte Parklandschaft, die sich über die Dächern Mailands erhebt. Ganz bewusst haben die Planer ein Gebäude entworfen, dass ein Kontrastprogramm zu der sonstigen Mailänder Bauweise darstellt.

Passend zu meiner kleinen Serie Future Lab haben sich die Architekten dem Problem der Verstädterung und Stadtverdichtung auf eine „grüne Art und Weise“ genähert. Durch die anhaltende Flächenversiegelung werden Grünräume in der Stadt immer weniger, daher sind Pilotprojekte, wie dieses umso wichtiger, um neue Varianten des Urbanen Grüns zu erproben.

Die Vorteile dieses neuen Gebäudes sind vielfältig und machen Hoffnung, dass bald mehr dieser sogenannten Vertical Forests oder Treescraper erbaut werden. Interessante Planungen dazu könnt ihr beispielsweise auch unter http://vincent.callebaut.org finden, der mich mit seinen spannenden Projekten stets auf neue inspiriert. Auch er hat erkannt, was eine lebendige Fassade alle bewirken kann:

  • Absorbtion von Sonnenlicht, Staub und Straßenlärm
  • Verbesserung des Mikroklimas
  • Verbesserund der städtischen Biodiversität
  • Kontakt der Städter mit der Natur
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    Wikimedia Commons, Forgemind ArchiMedia, CC-Lizenz

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    Wikimedia Commons, Forgemind ArchiMedia, CC-Lizenz

 

Für die Pflanzenauswahl war schließlich die Agrarwissenschaftlerin Laura Gatti zuständig, die mit 20 verschiedenen Baum- und 80 verschiedenen Pflanzenarten dem Bosco Verticale Leben einhauchte. Nach durchdachten gestalterischen Prinzipien verteilte sie die Pflanzen, sodass der Jahreszeitenwandel von der bepflanzten Fassade aufgenommen und widergespiegelt werden kann.

Die Pflanzen selbst stehen in bis zu 1,30 Meter tiefen Erdbottichen und die Bäume sollen einmal eine Höhe von bis zu neun Metern erreichen. Ca. 1 ha Wald würden dann, wenn alles gut wächst, irgendwann in Mailland stehen – vertikal.

Mit seiner Planung hat Stefano Boeri den internationalen Hochhauspreis gewonnen.

Ich finde völlig zurecht. Was sagt ihr zu diesem außergewöhnlichen Projekt?

Euer

Blogunterschrift

 

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