Neue Energielandschaften

Unsere Welt verändert sich.

Das hat sie schon immer getan und das wird sie auch immer tun.

Doch mittlerweile ist es der Mensch, der sehr stark auf unsere Welt und unsere Landschaft auswirkt. Noch vor ein paar Jahren waren es vor allem die Bodenschätze und Städte, die unser Landschaftsbild nachhaltig veränderten. Riesige Tagbauten, wachsende Städte, neue Infrastruktur – auch heute sind diese Bereiche noch Thema, doch es ist nach und nach noch ein neuer Aspekt in unsere Landschaft „eingewandert“. Die erneuerbaren Energien.

Nachdem Deutschland 2000 bzw. rechtlich gesichert 2002 den Atomausstieg beschlossen hatte, wurde vermehrt der Fokus auf die Erneuerbaren Energien gelegt. Mit der Veröffentlichung des EEG (Gesetz für den Ausbau erneuerbarer Energien) und den damit zugesicherten Förderungen, begann der „Boom“ der Erneuerbaren Energien. Windkraft, Energie aus Biomasse und nach der Novellierung des EEG 2004 auch Solarenergie stiegen rasant an.

 

2000px-entwicklung_der_stromerzeugung_aus_erneuerbaren_energien_in_deutschland-svg
Wikipedia, Erneuerbare Energien 2010. (PDF; 1,22 MB) BMU, Stand: Feb 2013, Lizenzfrei

 

Mittlerweile, so kann man es auf der Seite des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie nachlesen, machen Erneuerbare Energien ca. 30% unseres Bruttostromes aus. Allerdings, und das darf man nicht vergessen, besteht unser Energieverbrauch aus 3 Komponenten. Neben Strom benötigen wir auch Wärme und Treibstoff. Und allein schon die Wärmeerzeugung aus Erneuerbaren ist schwierig. Dafür kommen nämlich nur noch Biomasse und Photovoltaik in Frage und irgendwann dann auch noch die Geothermie. Bei unseren Kraftstoffen kann dann nur noch die Biomasse brauchbare Ergebnisse liefern, aber allein um nur 5% unseres Kraftstoffes durch Biodiesel zu ersetzen, würden wir etwa die Hälfte unserer Agrarflächen benötigen.

Man sieht also, die alleinige Gewinnung der Energie aus Erneuerbaren ist kompliziert. Noch dazu, weil die Technik noch lange nicht so weit fortgeschritten ist, dass das volle Potenzial der einzelnen Erneuerbaren Energien ausgeschöpft werden kann.

Trotzdem entwickeln sich die einzelnen Bereiche. Man sieht es in unserer Landschaft. Windkraftanlagen tauchen auf (und diese werden immer höher), Grünland oder Acker wird zur Maisanbaufläche (Biomasse) auf den Dächern glitzern PV – Anlagen. Und hier kommt der Landschaftsplaner ins Spiel. Unser Auftrag ist es zu prüfen, ob und wie die einzelnen Erneuerbaren Energien gebaut werden können und welche Umweltauswirkungen dadurch entstehen. Durch gute Planung können viele Auswirkungen der einzelnen Anlagen minimiert werden. (In der Tabelle gekennzeichnet durch d.P.min)

Dabei ist es wichtig, das Für und Wieder der einzelnen Anlagen abzuschätzen und auch auf die Stimmen der Bürger zu hören. Was spricht denn aber nun eigentlich Für oder Gegen Windenergieanlagen? Was ist gut oder schlecht an Biomasse? Dabei möchte ich euch ein paar meiner Lernergebnisse vorstellen, ohne natürlich einen Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben:

Anlage Pro Contra
Windenergieanlagen (WEA)

offshore-windenergie-testfeld-cuxhaven
Wikimedia Commons, NeukiJ, CC-Lizenz
– saubere Energie

– kaum Bodenversiegelung

– kein Einfluss auf Wasser
(Vorsicht vor
umweltgefährdenden
Stoffen)

– kein Einfluss auf Klima
und Luftqualität

– starker Einfluss aufs
Landschaftsbild

– starker Einfluss auf Fauna
(Tiere) im Gebiet
(d.P.min)

– starker Einfluss auf den
Menschen durch Lärm
und Schattenwurf
(d.P.min)

Photovoltaikanlage (PV-Anlage)

blaye_photovolt_3
Wikimedia Commons, HistocarmPT photos , CC-Lizenz

 

– dezentrale Anlagen (auf       Dächern) größtenteils           ohne                                           Umweltauswirkungen

– zentrale Anlagen mit
geringer
Bodenversiegelung

– keine/kaum Auswirkung
auf Fauna

– starke Schattenwirkung
zentrale Anlagen
(d.P.min)

-starke Überprägung der
Landschaft im Baubereich
der PV-Anlagen

– evtl. Beeinträchtigung des
Mikroklimas

– Beeinträchtigung des
Landschaftsbildes (vor
allem bei zentralen
Anlagen) (d.P.min)

Wasserkraftanlage

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Wikimedia Commons, Frank Vincentz, GNU-Lizenz
– keine/ kaum
Auswirkungen
auf das Klima

– keine Auswirkungen auf
den Menschen

– Veränderung der
Flussdynamik (d.P.min)

– Veränderung der Aue
(d.P.min)

– Hindernis für Tiere
(d.P.min)

– Eingriff ins
Landschaftsbild

Biogasanlage oder Heizkraftwerk

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Wikimedia Commons, Flohlateiner, CC-Lizenz
– nachwachsende
Rohstoffe

– größte
Gestaltungsmöglichkeit
( Mischkulturen,
Kurzumtriebs –
plantagen, Landschafts-
pflegeabfälle)

– keine/ kaum
Bodenversiegelung

– Einfluss auf Luft/ Klima

– Einfluss auf den
Menschen

– Einfluss auf
Landschaftsbild (wer
kennt sie nicht, die Raps
und Maisfelder) (d.P.min)

– Einfluss auf Boden
(Auslaugung durch
Monokultur) (d.P.min)

– andere Möglichkeiten
werden kaum genutzt
(d.P.min)

– zu wenig Flächen in
Deutschland, daher „Auslagerung der Flächen“

Ihr seht also: Erneuerbare Energien haben Vor- und Nachteile, die es klug abzuwägen gilt. In den kommenden Jahren wird sich sicherlich ein Mix aus allen Anlagen etablieren, so wie es auch heute schon der Fall ist, aber wir haben unser Ziel noch lange nicht erreicht. Es muss weiter geforscht werden, es muss weiter entwickelt werden, um die Eingriffe in Natur und Landschaft gering zu halten. Es darf nicht, im Sinne der Energiewende, alles zugebaut werden.

Und es muss eine gute Planung erfolgen!

 

Wir sind es, die die Landschaft unserer Kinder gestalten!

Euer

Blogunterschrift

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