Stillstand

Ich habe letztens auf einem Blog einen Artikel gelesen, der mich sehr zum Nachdenken angeregt hat.

Es ging dabei um Stillstand, um Weiterziehen, um das Nicht-Stehenbleiben. Darum, dass man nicht mehr auf der Stelle treten möchte, dass man immer Veränderungen haben will.

Und plötzlich habe ich mich gefragt: Will ich das denn überhaupt? Will ich immer von einem Punkt zum anderen „hetzen“?

In unserer Gesellschaft heißt es, dass man stets vorankommen muss, sich stetig weiterentwickeln muss und das natürlich auch noch in eine bestimmte Richtung. Innehalten ist schlecht, wir einem von vielen Seiten aus entgegengerufen.

Und dann ist da diese kleine Stimme, die sagt: Genieße doch einfach mal! Halte den Moment fest! Bleib stehen!

Aber was ist richtig? Wann ist der Punkt zum Anhalten? Wann ist der Punkt zum Weitergehen? Und wie schaffe ich es dabei, ich selbst zu bleiben? Mich nicht selbst zu verraten?

Ich liebe das Reisen, sehr sogar. Ich würde mir wünschen, die Zeit, das Geld und die Freiheit zu haben, einfach die Welt zu bereisen. Abenteuer zu erleben, fremde Kulturen, Länder und Welten zu sehen. Aber so sehr ich mir das auch wünsche, so hält mich doch etwas zurück. Ja, ich liebe das Reisen, aber es ist nicht meine große Liebe. Meine große Liebe ist ein Mensch, mit dem ich jede Sekunde meines Lebens verbringen möchte, den ich an meiner Seite wissen möchte. Und so sehr ich mir das Reisen auch wünsche, ich weiß, ohne Ihn ist es nur halb so schön. Ohne ihn würde ich es nicht so genießen können, wie die Welt um mich herum es verdient hätte. Und deshalb bleibe ich.

Aber verrate ich mich damit selbst? Ist es falsch zu bleiben? Sollte man gehen und irgendwann wiederkommen, bloß nicht auf einer Stelle treten? In der Hoffnung, dass dann alles noch so ist wie vorher? Aber das wird es nicht sein. Denn in unserer Welt gibt es ihn nicht – diesen Stillstand. Jeder entwickelt sich weiter – immer. Und nach langen Reisen kommt man immer als ein anderer Mensch zurück – zurück zu anderen Menschen als sie es vor der Reise waren.

Alles geht immer weiter und weiter. Manchmal wünsche ich mir, einfach nur alles anhalten zu können. Doch die Erde dreht sich und ich mich mit ihr und manchmal kommt dann auch die Frage: „Trittst du gerade nur auf der Stelle? Ändert sich in deinem Leben gar nichts? Kannst du überhaupt etwas erzählen?“

In diesen Momenten sage ich meistens spontan: „Ich muss hier weg, ich muss hier raus. Ich trete nur auf der Stelle und mein Leben ist langweilig!“ Aber das ist es nicht. Nicht im geringsten! Aber das sehe ich in diesem Moment einfach nicht. Dann schaue ich nach der nächsten Reise, schaue, wann ich das nächste Mal aus meinem Alltag ausbrechen kann.

Und dann komme ich zurück. Umarme die Menschen, die ich liebe, die mir wichtig sind und denke: “Zuhause ist es doch immer noch am schönsten!“

Ist das Stillstand? Ist das falsch?

Euer

Blogunterschrift

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