Der Blick über den Tellerrand

Im Studium wird es einem oft gesagt. Zeit beleibt dafür leider nur wenig. Und dabei ist er so wichtig:

 

Der Blick über den Tellerrand.

Gerade für Landschaftsarchitekten.

Landschaftsarchitektur ist ein sehr interdisziplinäres Studium in dem Biologie, Geologie, Sozialwissenschaften, BWL, Gartenbau und auch Stadt-, Raum- und Regionalplanung, ebenso wie Architektur aber auch Kunst und Informatik (GIS, CAD) zusammenspielen.

Während des Studiums wird man (meiner Meinung nach) zwar gut auf die eigentliche Planungsaufgabe und die eigentliche Landschaftsarchitektur/ Landschaftsplanung vorbereitet, aber bei einem so breiten Spektrum an Disziplinen, kann der Rest nicht wirklich ausreichend behandelt werden.

Aber gerade das ist für Studenten der Landschaftsarchitektur wichtig. Es ist wichtig, dass sie sich nicht vor anderen Disziplinen verschließen, es ist wichtig, dass sie das Zusammenspiel verschiedener Disziplinen verstehen und nicht zuletzt ist es wichtig, sich aus allen Bereichen stetig neuen Input zu holen, um die eigenen Planungen voranzubringen.

Als Landschaftsarchitekt darf man sich nicht nur hinter dem Planen und Entwerfen „verstecken“ (auch wenn das vielleicht am meisten Spaß macht 😉 ).

Wie aber kann man in einem so vollgepackten Studium, in dem man auch gern mal bis abends vor dem Rechner sitzt, noch Zeit für diesen Blick über den Tellerrand finden?

Im Laufe meines Studiums habe auch ich einiges versucht und möchte euch nun an meinen Erfahrungen teilhaben lassen:

  1. Versorgt euch mit Fachzeitschriften. Gerade Callwey und der Ulmer-Verlag bieten für Landschaftsarchitekten sehr gute Fachzeitschriften an, die euch mit neuen Errungenschaften, Tipps und Ideen versorgen. Ich gebe zu, die Zeitschriften sind teuer. Die meisten Unis haben sie jedoch in ihrer Bibliothek stehen oder ihr teilt euch ein Abo mit ein paar Kommilitonen.
  2. Wenn ihr schon mal in Bibo seid, um eine Zeitschrift zu lesen: Sucht euch ein Buch über ein Thema, dass ihr in der Vorlesung besonders spannend fandet, und überfliegt es. Was ist interessant, worüber würde ich gern mehr wissen? Notiert es euch, leiht euch zu dem Themen vielleicht sogar ein Buch aus und lest es in aller Ruhe. Wenn ihr allein in eurem Bachelorstudium jeden Monat ein zusätzliches Buch lest, dann habt ihr am Ende eures Studiums knapp 40 zusätzliche Bücher mit zusätzlichem Wissen gelesen. Wenn das nichts ist ;)Ich beschäftige mich beispielsweise gerade mit der Pflanzenzüchtung und der Pflanzengenetik. Zum einen, weil ich den Fachbereich Genetik sehr spannend finde, zum anderen aber auch, um zu verstehen, wie neue Sorten und Züchtungen in den Handel kommen und was diese Züchtungen auszeichnet. So kann ich in späteren Planungen besser auf bestimmte Sorten und Züchtungen verweisen.
  3. Nutzt eure Semesterferien zum….Reisen!Schaut euch fremde Städte, Länder und Kulturen an und besucht während jeder Reise einen Platz, einen Park oder einen (botanischen) Garten. Schaut euch die Gestaltung an, macht Fotos, versucht den Architekten herauszubekommen und schaut euch die Pflanzen an. Ihr kennt sie noch nicht alle? Versucht euch 3 oder 4 der Pflanzen zu merken (natürlich auch auf Latein 😉 )
  4. Und wenn ihr schon mal dabei seit, besucht Orte berühmter Landschaftsarchitekten und guckt euch ihren Stil ab. Vielleicht könnt ihr das ein oder andere Stilelement auch in eurer nächsten Planung verwenden? Ein paar Beispiele werde ich euch in einem meiner nächsten Beiträge noch geben)
  5. Sucht interessante Blogs und Webseiten über Landschaftsarchitektur. Die Seite des BDLA ist dabei natürlich Pflicht, aber auch Landschaftsarchitektur heute, competitionline oder englischsprachige Seiten (wie Landarchs.com) können euch neue Ideen geben und euch helfen, euren Blick zu weiten.
  6. Arbeitet als HIWI oder sucht euch einen (fachlich passenden!) Nebenjob. So könnt ihr das Wissen aus den Vorlesungen praktisch umsetzen und erfahrt gleichzeitig, wie die Arbeit in der Landschaftsarchitektur tatsächlich ist. Zudem werdet ihr unglaublich viel neues Lernen, was in den Vorlesungen so niemals vermittelt werden könnte.Als kleiner Tipp: sucht euch, gerade zu Beginn eures Studiums, einen eher pflanzenorientierten Nebenjob – zum Beispiel in einer Gärtnerei, einem Galabaubetrieb oder auch bei einem Floristen. Zu Beginn ist es wichtig, die Grundlagen zu kennen und da gehören sehr gute Pflanzenkenntnisse eben dazu. Ab dem 5. Semester, oder vielleicht auch erst im Master, lohnt sich (meiner Meinung nach) der Nebenjob im Planungsbüro und bietet gleichzeitig auch noch eine gute Einstiegsmöglichkeit in das Berufsleben.
  7. Noch bessere Einblicke bekommt man während eines Praktikums, das mindestens 3 Monate lang sein sollte. In vielen Studiengängen ist das Praktikum mittlerweile sogar in den Stundenplan integriert. Nutzt das Praktikum, um so viel wie nur möglich zu lernen bzw. um euer theoretisches Wissen anzuwenden. (Zum Praktikum wird es später auch noch einmal einen zusätzlichen Artikel geben)
  8. Wenn es die Zeit und euer Stundenplan erlaubt, besucht fachfremde Vorlesungen aus der Biologie, Geologie, BWL oder was auch immer euch interessiert. So bekommt ihr einen völlig anderen Blick auf die Dinge und vermeidet „Scheuklappen“ beim Planen.

Fallen euch noch mehr Tipps ein? Wie findet ihr die Tipps? Schreibt mir einfach. Ich freue mich auf euren Kommentar.

Bis Bald! Euer

Blogunterschrift

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