Landschaftsarchitektur im Winter

Passen Winter und Landschaftsarchitektur zusammen?

Kann eine Fachrichtung, die sich (viel) durch Pflanzen ausdrückt, auch im Winter begeistern und seinen Charme zeigen?

Ja sie kann.

Zum einen ist, wie ich bereits in einem meiner früheren Artikel erwähnt habe (hier), Landschaftsarchitektur nicht nur das reine Gestalten mit Pflanzen. Kleinarchitekturen, schön gestaltete Treppenaufgänge, Natursteinmauern, Steine, gut positioniertes Licht, Wasser – all das kann einen Freiraum auch in den Wintermonaten einen besonderen Charme verleihen.

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Wikimedia Commons, Heribert Pohl, CC-Lizenz

Tatsächlich arbeitet ein guter Landschaftsarchitekt mit allen vier Jahreszeiten. Ein Garten, ein Park, ein Platz – das alles soll nicht nur im späten Frühling und Sommer schön aussehen, sondern auch im Spätherbst und im Winter. Wenn alle Blumen bereits verblüht sind und die Bäume ihre kahle Äste in den grauen Winterhimmel recken, gibt es für den Landschaftsarchitekten eine große Vielzahl an Möglichkeiten, um den vorhandenen (Frei)Raum auch im Winter richtig in Szene zu setzen.

Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Einige, wie Wasser, Licht und verschiedene Materialien habe ich bereits aufgezählt. Gerade Wasser ist ein wunderbares Gestaltungselement, dass je nach Planung in jeder Jahreszeit neue Überraschungen bereithält. (Ich liebe Wasser, am liebsten in seiner natürlich fließenden Form – aber dazu möchte ich euch später mehr erzählen).

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Wikimedia Commons, RKG1H, CC-Lizenz

Auch Materialien können einen besonderen Reiz ausmachen. Gerade Steine können, richtig angeordnet, hervorragende Gestaltungselemente sein. Vom kleinen, hellen Kiesel über Sandsteinbrocken bis hin zu Findlingen ist alles erlaubt. Im Winter, wenn sich der Schnee auf und in den Steinen sammelt und in kleinen Kuhlen der Steine winzige Eispfützen glitzern, dann verwandelt sich die Steinlandschaft in ein kleines Winterparadies. Ich hatte das Glück, eine solche Gestaltung direkt vor meinem Fenster bewundern zu dürfen. Es sah mit Schnee wirklich einfach fantastisch aus.

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Wikimedia Commons, Goodyfun, CC-Lizenz

Wenn dieses Ensemble nachts auch noch stimmungsvoll ausgeleuchtet wird, dann verwandelt sich das ganze noch einmal. Licht lässt vieles anderes erscheinen und mit der richtigen Beleuchtung kann es eine vollkommen andere Stimmung ausdrücken.

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Wikimedia Commons, Holger Uwe Schmitt, CC-Lizenz

Doch der Landschaftsarchitekt möchte auch im Winter natürlich nicht auf seine Pflanzen verzichten. Deshalb werden, je nach Bedürfnis oftmals Pflanzen gewählt, die auch im Winter noch attraktiv sind. Als Beispiel können hier natürlich immergrüne Gewächse aufgeführt werden. Ebenso beliebt ist die Hainbuche, die ihre Blätter erst im Frühjahr abwirft.

Neben Pflanzen, die auch im Winter ihren Blattschmuck behalten (wie eben die Hainbuche, oder immergrüne Gewächse) gibt es auch einige Pflanzen, die durch einen sehr schönen Fruchtschmuck auffallen. Hier sei zum Beispiel der Liebesperlenstrauch, Callicarpa spec. genannt. Seine knalligen lila Beeren halten sich bis tief in den Winter und sorgen so für einige bunte Farbtupfer in der grauen Jahreszeit. Ein weiteres Beispiel ist die Stechpalme, die neben ihren immergrünen Blättern auch sehr schöne rote Beeren aufweist und diese auch im Winter nicht verliert. Ein 3. Beispiel ist der Feuerdorn. Diesen kann man in Städten oftmals auch als Straßenbegleitgrün sehen. Besonders auffällig sind dabei seine hellen orangefarbenen Beeren.

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Wikimedia Commons, Jürgen Howaldt, CC-Lizenz

Ganz andere Akzente werden mit Pflanzen mit unterschiedlichen Holz- bzw. Rindenfärbungen gelegt. Als Beispiel kann man hier den Blutroten Hartriegel nennen, der im Herbst zunächst durch eine wunderschöne rote Herbstfärbung auffällt und durch sein rotes Holz, dass erst nach dem Blattfall wirklich zur Geltung kommt, auch im Herbst noch attraktive Farbakzente setzt. Ebenfalls einen schönen Rindenschmuck bietet der Gelbholz- Hartriegel. Ganz persönlich empfinde ich auch den Stamm der Birke egal zu welcher Jahreszeit, als einen wunderschönen Blickfang. Gerade mit Schnee ergibt sich für Garten und Landschaft ein wunderschönes Bild.

Hartriegel im Winter
Wikimedia Commons, Andreas Schwarzkopf, CC-Lizenz

Neben den verschiedenen Sträuchern und Bäumen können auch Gräser eine entscheidende Rolle in einem winterlichen Garten spielen. Ziergräser, wie Chinaschilf, Pampasgras oder auch das Lampenputzergras sind in vielen Gärten sehr beliebt und bringen eine gewisse natürliche Bewegung in den Garten hinein. Im Herbst sollte man diese Gräser daher nicht zurückgeschnitten, sondern sie bis zum Frühjahr stehen gelassen werden. Sie bieten im Winter, mit Schnee oder Raureif bedeckt, eine wunderschöne Kulisse. Zudem wird so der empfindliche Horst der Pflanzen vor Erfrierungen geschützt.

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Wikimedia Commons, 4028mdk09, CC-Lizenz

 

Man sieht es also – selbst im Winter kann ein guter Landschaftsarchitekt den Garten in ein wahres Paradies verwandeln. Vielleicht hat der ein oder andere diesen oder jenen Tipp in seinen Garten bereits umgesetzt? Schreibt mir doch einfach oder hinterlasst einen Kommentar.

Euer

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